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M. Özbeck Mehmet Özbeck
Ausländerbeauftragter von Mahlow
email:MehmetOezbek@firemail.de

Mein Name ist Mehmet Özbeck und ich wurde am 19.10.2000 einstimmig von der Gemeindevertretung zum Ausländerbeauftragten der Gemeinde Mahlow gewählt. Ich bin 21 Jahre alt und studiere Jura im 5. Semester an der FU in Berlin. Meine Familie und Ich wohnen seit August 1996 in Mahlow.

Wie sie ja aus zahlreichen Berichten aus Zeitung oder Fernsehen erfahren haben, steht Mahlow in einem sehr rechten - schlechten Bild. Eines der traurigsten Kapitel war der rechtsradikale Angriff auf den englischen Bauarbeiter Moel Martin der schließlich durch den Steinwurf querschnittsgelähmt wurde und nun sein Leben lang auf den Rollstuhl angewiesen ist. Leider musste meine Familie und Ich auch die Fremdenfeindlichkeit in Mahlow spüren.
Seit wir aus Berlin (Kreuzberg) nach Mahlow gezogen sind, wurde meine gesamte Familie geschlagen, beleidigt und bedroht. Keiner aus meiner Familie konnte, ohne dass er von mir vom Bahnhof abgeholt wurde, durch den Bahnhofsvorplatz gehen, weil dort immer eine Horde von gewaltbereiten Jugendlichen oder Erwachsenen stand, die darauf wartete, dass jemand der Ihnen nicht passt, weil er Ausländer ist oder einfach nur anders gekleidet an ihnen vorbeiläuft, damit sie ihn beleidigen und hinterhältig in der Gruppe schlagen konnten. Da dieser Zustand sich für meine Familie nicht verbesserte und wir Dutzende Mahle die Polizei benachrichtigten ohne große Hilfe oder Verbesserung, wandten wir uns im August 2000 an die Presse.
Das Ergebnis war, dass unser Haus von Presseleuten und Fernsehleuten belagert wurde und jeder etwas über den "rechten Terror" in Mahlow berichten wollte. Zum jetzigen Zeitpunkt (November 2000) erscheint es mir so, dass die meisten Medienleute unsere Geschichte nur als "Sommerloch Sensation" benutzt haben und letztendlich uns nur wenig geholfen haben unsere Situation in Mahlow zu verbessern. Das Positive an den Presseberichten wir, dass sich die Gemeinde wieder einmal mit dem Thema "Rechtsextremismus in Mahlow" beschäftigten musste, mit dem Ergebnis das ich im September 2000 zu Ausländerbeauftragten gewählt wurde.
Seit den Presseberichten sind einige Veränderungen in Mahlow eingetreten. Die Gemeindevertretung hat ein Trinkverbot von alkoholischen Getränken auf öffentlichen Plätzen in Mahlow durchgesetzt, so dass am Bahnhof in der Regel niemand mehr Alkohol trinkt und gelegentliche Polizeipräsens am Bahnhof hilft mit diesen sicherer zu machen.

Ich persönlich biete jeden 3ten Montag im Monat von 16:00-18:00 Uhr im Vereinshaus Mahlow, Heinrich-Heine-Str. 3-5 meine Sprechstunde an. Dort versuche ich Ausländern bei Problemen zu helfen aber natürlich hoffe ich auch, dass Mahlower, Blankenfelder vorbeikommen die mir vielleicht Anregungen geben was man am besten gegen Intoleranz und Fremdenfeindlichkeit machen könnte.
Vor allem versuche ich einen Dialog zu den Mahlowern zu bekommen die etwas gegen Ausländer haben. Wichtig ist, dass der "rechte Teil" der Jugendlichen und Erwachsenen nicht ausgegrenzt werden. Ich versuche sie durch Anreden auf offener Strasse oder in Lokalen zu einem Gespräch zu verleiten um zu erkennen  warum sie eine rechte Einstellung haben und was man am besten dagegen tun könnte. Des weiteren versuche ich Klischees und Vorurteile abzubauen.
Allgemein lässt sich sagen, dass nur ein geringer Teil der Gemeinde das Problem des Rechtsextremismus wirklich als Problem erkennt und dann auch für sich als wirklich wichtig ansieht. Vielmehr macht man sich sorge um das Image des Dorfes. Außerdem was ich als sehr wichtig ansehe versuchen einige Menschen in Mahlow das  Problem des Rechtsextremismus nur bei den jugendlichen zu suchen. Dies ist meiner Meinung nach ein verheerender Fehler, weil die jugendlichen meistens ein Abbild der Erwachsenen (Eltern) sind.
Ich würde mich freuen, falls sie Fragen oder Anregungen an mich haben oder auch anderer Meinung sind, wenn sie mir eine Email schicken.

Mehmet Özbeck email:MehmetOezbek@firemail.de

(c) 2000  Mehmet Özbeck.
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